Innovationsprojekt der PHSG und CMI: CMI LehrerOffice unterstützt das Projekt DIPALOG

Die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) und CMI als Wirtschaftspartnerin führen ab März 2022 für drei Jahre das interkantonale Schulentwicklungsprojekt DIPALOG durch. Prof. Dr. Dölf Looser (Institut Professionsforschung & Kompetenzentwicklung) ist Projektleiter an der PHSG. DIPALOG steht für den bestmöglichen Dialog zwischen Schule, Eltern und Schüler_innen und setzt sich zum Ziel, die «21th Century Skills» der Lernenden zu fördern und junge Menschen optimal auf das (Berufs-)Leben vorzubereiten.

Im Vorfeld reichte die PHSG, die Umsetzungspartnerinnen «Schulen» und der Implementationspartnerin CMI das Projekt bei Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung) ein. Den drei Partnerinnen ist es dabei gelungen, ihren Antrag zu platzieren und die professionelle Jury von ihrem vielversprechenden Ansatz zu überzeugen. Die Projektverantwortlichen durften darauf einen bedeutenden finanziellen Betrag für die Umsetzung des Forschungsprojekts entgegennehmen.

Diese namhaften Schweizer Bildungsinstitutionen unterstützen DIPALOG:

  • Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH)
  • Verband Schulleiter_innen Schweiz (VSLCH)
  • Verband Schulsozialarbeiter_innen Schweiz (SSAV)
  • Erziehungsdepartemente TG und AR (weitere im Gespräch)
  • Expertengremium (Fachbeirat)

Ausgangslage und Grund des Schulentwicklungsprojekts DIPALOG

Kinder und Jugendliche sind in unserer heterogenen Gesellschaft und somit im Lebens- und Schulalltag immer öfter stark gefordert und teilweise überfordert. Gemäss einem Zeitungsartikel im St. Galler Tagblatt vom 22.2.22 haben die psychischen Probleme von Jugendlichen unabhängig von der Covid-Pandemie zugenommen. Leistungsdruck an der Schule steht ganz zuoberst in der Rangliste von Stressfaktoren bei Jugendlichen. Und erwiesenermassen nimmt die Bedeutung von Fach- und Schulwissen eher ab, jene von überfachlichen Kompetenzen aber stetig zu. Dieser Entwicklung nimmt sich DIPALOG aktiv an. Und zwar damit, dass in der Volksschule die im Lehrplan 21 definierten überfachlichen Kompetenzen («21th Century Skills», Schlüssel- und Lebenskompetenzen)) systematisch gefördert werden. Schüler_innen und Lehrpersonen erhalten also Werkzeuge, die helfen, sich fürs (Berufs-)Leben fit zu machen.

DIPALOG

Schulentwicklungsprojektleiter Prof. Dr. Dölf Looser

“Schüler_innen können nicht gut lernen, wenn sie sich unwohl fühlen. Tägliche Kontakte in guten Beziehungen zu Mitschüler_innen und Bezugspersonen (Lehrpersonen, Eltern, …) und somit stabile Emotionen sind die Schlüssel für Motivation und Aufmerksamkeit in der Schule.”
Schulentwicklungsprojektleiter Prof. Dr. Dölf Looser

Was sind «21th Century Skills»?

Die «21th Century Skills» in DIPALOG haben das Ziel, die Lernenden optimal aufs (Berufs-)Leben vorzubereiten. Sie setzen sich aus diesen überfachlichen Kompetenzsystemen zusammen, die weltweit von Bedeutung sind:

  • Aktueller Lehrplan 21, überfachliche Kompetenzen
  • WHO-Lebenskompetenzen (World Health Organisation)
  • OECD-Schlüsselkompetenzen (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
  • Deep-Learning-Kompetenzen (z.B. «Bildung neu gedacht: Die Zukunft des Lernens» von Fullan, Quinn, Drummy & Gardner (2020))
  • ICF-Klassifikation (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit)
  • Arbeits-, Lern- und Sozialkompetenzen (in schulischen Standortgesprächen thematisiert)

Zu den «21st Century Skills» gehören z.B. kritisches Denken, Problemlösen, Kreativität, Kommunikation und Kooperation (vgl. OECD, 2020).

Projektleiter Prof. Dr. Dölf Looser präzisiert:

Schon vor der Pandemie war es angezeigt, das Schulsystem weiterzuentwickeln. Die Pandemie hat aber wichtige bildungsrelevante Erkenntnisse zu Tage gefördert, welche uns nicht kalt lassen dürfen: “98% der SchülerInnen und Studierende wünschen sich persönliche Kontakte und keine Automatisierung” (Fullan et al., 2020, S. 16). Innovatives Lernen darf nicht bedeuten, dass Schüler_innen von jetzt an allein an ihrem Computer lernen – wie teilweise in der Pandemie. Der persönliche Kontakt im schulischen Alltag ist Schlüssel zum Erfolg.

Bildungsreformen gab es in verschiedenen Ländern. “Sie konzentrierten sich jedoch stark auf Lesen, Schreiben, Rechnen und Abschlussprüfungen, ohne die ganzheitlichen Bedürfnisse der SchülerInnen und Studierenden in einer zunehmend unberechenbaren globalen Gesellschaft zu berücksichtigen” (Fullan et al., 2020, S. 14). Hier liegt meiner Meinung nach der springende Punkt: Schüler_innen können nicht gut lernen, wenn sie sich unwohl fühlen. Tägliche Kontakte in guten Beziehungen zu Mitschüler_innen und Bezugspersonen (Lehrpersonen, Eltern, …) und somit stabile Emotionen sind die Schlüssel für Motivation und Aufmerksamkeit in der Schule.

DIPALOG fördert und stärkt die Zusammenarbeit aller an der Volksschule beteiligten Personen

Eine gute Zusammenarbeit aller Akteure der Volksschule ist für den Schulerfolg des Kindes entscheidend: Eltern mit ihrem Erziehungsauftrag, Lehrpersonen mit dem ganzheitlichen Bildungsauftrag, in Heilpädagogik/Schulsozialarbeit Arbeitende mit ihrem Auftrag zur Förderung/Unterstützung und nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen selbst. Oft arbeiten die beteiligten Akteure heute eher neben- als miteinander. Gründe dafür sind die fehlende technische Unterstützung sowie ein fehlendes pädagogisches Gesamtkonzept für Lehrpersonen. Für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Lernenden sowie die Förderung der überfachlichen Kompetenzen wird jetzt eine technische Unterstützung durch «CMI LehrerOffice DIPALOG» entwickelt. «CMI LehrerOffice DIPALOG» enthält ein Analysewerkzeug, das zeigt, wo Kinder/Jugendliche mit ihren überfachlichen Kompetenzen stehen. Zudem stehen grosse digitale Übungspakete sowie ein Portfolio für den Vermerk des individuellen Entwicklungsfortschritts zur Verfügung. Während einer vordefinierten Zeitspanne trainieren und dokumentieren Schülerinnen und Schüler auf dem bevorzugten Endgerät ihre «21th Century Skills».

“Herzliche Gratulation! Es ist dem sehr gut zusammengesetzten Projektteam gelungen, im Antrag an Innosuisse die konkreten Projektziele, den gesellschaftlichen Nutzen und das koordinierte Vorgehen transparent und überzeugend darzustellen. Gerade bei Projekten mit sozialem und gesellschaftlichem Nutzen ist dies äusserst anspruchsvoll und führt zu überdurchschnittlichen häufigen Zurückweisungen der Anträge.”
Hanspeter Bär (Innosuisse-Mentor)

CMI freut sich besonders, in diesem Innovationsprojekt Forschungsprojekt mitzuwirken und Lernende und die nächsten Generationen von jungen Menschen für ihr (Berufs-)Leben und die persönliche Zukunft wesentlich zu stärken.

Haben Sie Fragen zum Forschungsprojekt DIPALOG? Hinterlassen Sie diese gerne als Kommentar. Vielen Dank.

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